Am 23. Oktober 2017 hatte die Landesgruppe gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Deutschdidaktik der Universität Hamburg und der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW in das Café BERGTAGS in Altona eingeladen, um dem Kinder- und Jugendbuchautoren Finn-Ole Heinrich zuzuhören, der einen Einblick in die Vielfalt seines kreativen Schaffens gab und aus einzelnen Werken vorlas.

Finn–Ole Heinrich  legt Wert darauf, sich nicht gezielt als „Kinderbuchautor“ zu verorten. Er  kam eher zufällig über Erwachsenenliteratur zur Kinder- und Jugendliteratur und will nicht durch eine Festlegung auf eine bestimmte Altersgruppe aus dem Fokus aller anderen Leser geraten. In seinen Texten befasst er sich mit existenziellen Fragen, betrachtet sie aus der Sicht der Kinder, und lässt diese mit einer großen Portion Selbstironie über ihr Leben erzählen, dem sie trotz großer Probleme durchaus eine heitere Seite abgewinnen.

Die Themen seiner  Geschichten müssen ihn persönlich interessieren, erklärte Heinrichs,  und manchmal, so fügte  er mit seinem trockenen Humor hinzu, sei diese Geschichte dann eben auch so, dass sie Kinder ebenfalls interessiere.  Heinrich stellte allgemein die Frage in den Raum, welche Themen man in Kinderbüchern behandeln und im Besonderen, ob man Kindern „den Tod zumuten“ dürfe. Als er begann aus seinen  Werken vorzulesen, war an der Reaktion des Publikums schnell zu erkennen, dass er durchaus auch Erwachsene begeistern kann.

Neben der Vorstellung seiner Bücher berichtete Finn-Ole Heinrich sehr anschaulich über seine Zusammenarbeit mit Illustratoren und verschiedenen Musikern, die seine Texte vertonen,  und mit denen gemeinsam er musikalische Lesungen inszeniert.

Zum Abschluss las Finn-Ole Heinrich eine längere Passage aus einem bislang noch unveröffentlichten Buch.  Dabei zeigte er erneut, welch großartiger Vorleser er ist. Er liest rasant, manchmal so schnell, dass es bereits an Sprachkunst erinnert, dann wieder ernst, traurig oder ängstlich, und dabei verleiht er jedem seiner Charaktere eine ganz eigene Stimme.

Im Anschluss beantwortete  er noch einige Fragen und kam dabei abermals auf die schwierigen Themen seiner Texte zu sprechen. Doch er berichtete, dass seine Geschichten bei Kindern zumeist gut ankommen, wie er auf Lesungen merkt, und dass sie in der Regel sehr schnell darüber ins Gespräch kommen.

Hamburger Lehrkräfte können Finn-Ole Heinrich über das Institut für Lehrerfortbildung zu einer Lesung für ihre Klassen einladen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer, die den Autoren an diesem Abend persönlich erleben durften, würden allen Deutschlehrkräften empfehlen diese Möglichkeit  unbedingt wahrzunehmen.

Für die Landesgruppe: Marion Lindner

Ein Kinderbuchautor – Finn-Ole Heinrich – liest für Erwachsene